Fotografische sammlung

Fotografische sammlung

In der frühen Phase der kroatischen Fotografie gingen aus der Familie Drašković zwei hervorragende Mitglieder hervor. Das waren der Pionier der Fotografie Juraj VI. Drašković und Karlo Drašković. Zwei Alben, die im Kunst- und Handwerkmuseum aufbewahrt sind, bestätigen Juraj als Autor unseres frühesten erhalten gebliebenen Fotografie-Opus, während sein Urneffe Karlo die Fotografie mit seinen künstlerischen Leistungen auf das europäische Niveau erhob. Er wird als einer der Bahnbrecher der künstlerischen Fotografie in Kroatien und als bedeutendster Fotoamateur des 19. Jhs. angesehen. Er erreichte in bildender und technischer Hinsicht eine Spitzenqualität der Fotografie, so dass er als Mitglied in einen der elitesten europäischen Fotoklubs , Wiener Cameraclub, aufgenommen wurde. Aus der Zeitspanne von 1894 bis 1899 sind in der Trakošćaner Sammlung etwa 700 seiner Aufnahmen erhalten geblieben (Positive, Negative, Diapositive). Karls Fotografien zeichnen sich durch überlegt ausgeführte Kompositionen, Aufnahmen und Verhältnisse zwischen Licht und Schatten aus, womit visuelle Spitzenqualität erreicht wurde. Im Unterschied zu vielen Fotografen jener Zeit führte er keine nachträglichen Interventionen durch. Er besaß 9 Kameras, unter denen 2 Stereo- und eine Moment-Kamera.

Neben Motiven von seinen eigenen Besitztümern (Trakošćan und Sellye) und von den Besitztümern anderer Adeligen sind auch fotografische Aufnahmen von Karls Reisen nach Dubrovnik und seinem Hinterland, Kvarner, Budapest, Wien, in dieAlpen und anderswohin erhalten geblieben. Er fotografierte Personen (Familienmitglieder, Freunde, Bauern, Passanten) in lockeren oder formalen Porträtposen oder bei einer Aktivität (Jagd, Radfahren, Messe, Fahrt mit der Kutsche, Arbeiten auf dem Hof), hier sind auch Tierdarstellungen (Pferde, Hunde, Geflügel), Landschaften, Architektur und andere Motive. Aus diesem zahlreichen Fundus sind besonders die Aufnahmen der angehaltenen Bewegung ( des Sprunges) sowie naturalistische Porträts der Menschen am Rande hervorzuheben, womit er die kroatische Fotografie auf soziale Themen richtete. Die Autoren einer kleineren Zahl der Fotografien sind Karls Mutter, die Malerin Julijana Erdödy Drašković, und wahrscheinlich seine Onkel Stjepan und Rudolf Erdödy. Der kleinere Teil der Sammlung enthält Fotografien unbekannter Autoren.

Die Sammlung umfasst etwa 150 Fotografien , die in professionellen Fotowerkstätten gemacht wurden. Das sind Einzel- und Gruppenporträts und die meisten Aufnahmen beziehen sich auf die Zeitspanne der 70- er und 80-er Jahre des 19. Jahrhunderts. Während ihrer Reisen besuchten die Draskovichs oft bekannte Ateliers und so wurde die visuelle Kronik der Familie von Julijana und Ivan Drašković geschaffen. Sie sammelten ebenfalls die Porträts von ihren Verwandten und Freunden. Fotografische Aufnahmen entstanden in zahlreichen bekannten Fotowerkstätten: Angerer, Löwy, Adele in Wien; Mayer, Alker, Elinger in Pest; Kozics in Pressburg, dann in Paris, Berlin, Venedig, Zagreb, Opatija und in anderen Städten.

Die fotografische Sammlung des Schlosses Trakošćan ist eine wertvolle künstlerische Ganzheit und hat eine große dokumentarische Bedeutung. Juraj und Karlo Drašković reihten Trakošćan in den Fokus der kroatischen Fotografie des 19. Jhs. ein, so dass im neuen Teil der ständigen Ausstellung eine Räumlichkeit ihnen als Fotografen gewidmet ist. Diese Sammlung ist ein Beweis der vergangenen Zeit und aus ihr lesen wir die Ausschnitte des Alltagslebens der vergangenen Zeit heraus.