Gemälde- und grafiksammlung

Gemälde- und grafiksammlung

Die Gemälde- und Grafiksammlung des Schlosses Trakošćan zählt heute über 200 Ölgemälde und ungefähr 20 Grafikblätter. Die meisten Bilder sind Porträts, die in der Zeitspanne vom Ende des 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts bestellt und gemalt wurden. Zahlenmäßig sind in kleinerem Umfang Landschaftsbilder, Allegorien und Darstellungen sakraler Thematik vertreten.

Die in der ersten Periode der Blütezeit der Familie entstandenen Familienporträts wurden nach dem Usus der Porträtmalerei Mitteleuropas gemalt. Das sind Werke unbekannter Maler. In der zweiten Periode, als Ivan V. (1669 – 1733) Familienoberhaupt war, entstand die Galerie von etwa 20 Ovalporträts der Familienmitglieder, Mitglieder des Herrscherhauses, Heerführer und der prominenten politischen Persönlichkeiten. Ihre Autoren sind ebenfalls unbekannt, aber sie waren außergewöhnliche Qualitätsmaler. In der dritten Periode, in der Zeit Josip Kazimirs (1716 – 1765), entstand die Galerie von 40 Porträts der Offiziere aus Drašković's Banderium. Es wurden auch die Mitglieder seiner Familie gemalt, es wurde das Zimmer mit Tapeten im Schloss bemalt, und als Geschenk kam nach Trakošćan auch die kleine Familiengenealogie. In der Zeit Ivans V. und Josip Kazimirs wurden auch Gemälde sakralen und weltlichen Inhalts angeschafft (unter ihnen sind besonders zwei allegorische Kompositionen interessant). Im 19. Jh. wurden auf Bestellung die Porträts der Familienmitglieder gemalt, deren Autoren eminente österreichische und ungarische Maler waren (J.G. Donat, Franz Schrotzberg, Anton Einsle). Damals wurde auch die Serie von vier Akten (Europa, Asien, Afrika, Amerika) bestellt, deren Autor der slowenische Maler Mihael Stroy war, der gegen Hälfte des 19. Jhs. in Zagreb wirkte. In der Zeit Ivans IX. (1844 – 1910) und seiner Gattin, der Malerin Julijana geb. Erdödy (1847 – 1901), wurde das Schloss mit einer Reihe ihrer originellen Werke und der ausgezeichneten Gemäldekopien aus der Sammlung Liechtenstein aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien sowie mit den Werken von ihr naheliegenden Malern (J. Till, H. Girardet, I.K. Aiwasoffskij) bereichert. Von Julijanas Tod bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges hatte es anscheinend keine größere Bilderanschaffung gegeben. Wenige Grafiken, die heute in der Sammlung aufbewahrt werden, sind dekorativen Charakters. Unter den wertvolleren Blättern muss man auf jeden Fall ein Blatt von Piranesi hervorheben.

Die Gemälde- und Grafiksammlung des Schlosses Trakošćan ist eine außergewöhnlich wertvolle historisch –künstlerische Ganzheit, eine unversiegbare Quelle der weiteren Erforschungen des Adellebens auf den Gebieten Nordwestkroatiens durch mehrere Jahrhunderte.